Ziele der Wahlärzte-Spitalsärzte

Wir sind Serviceeinrichtung niedergelassener & angestellter ÄrztInnen und PatientInnen

Als Angestellte ÄrztInnen des Vereins Wahlärzte und Spitalsärzte Steiermark sind wir intensiv mit dem Spitalsalltag vertraut und wissen, wo für mehr Lebens- und Arbeitsqualität angesetzt werden muss. Sie haben die Wahl, entscheiden. Sie bitte nach Inhalt und Personen in der KW13 vom 23.3.-29.3. 2012.

1.) Adäquate Grundgehälter - ein Gebot der Stunde und für die nächste Ärztekammerperiode 2012-2017 an oberster Stelle der Agenda. Die Zusammensetzung unseres Grundgehaltes ist journaldienstlastig. Das wollen wir ändern. Höhere marktkonforme Ärztegehälter, dann kann man auch vernünftig mit uns über Journaldienstproblematiken reden.

2.) Effizienz im Gesundheitswesen bedeutet nicht immer zwangsläufig sofort mehr Geld von Land oder Bund. Wir fordern die Weiterentwicklung der Arztgebühren in den öffentlichen Spitälern

Dazu ein klares und unmissverständliches Wort

  • Arztgebühren gehören den ÄrztInnen. Wenn die Pflege sich neuerdings über eine Anfrage der KPÖ und der Grünen im Landtag zu diesem Thema wieder in das bekannte Spiel bringen möchte; das da heißt:“Wir wollen auch Sondergebühren…“ dann eine klare Ansage: ÄrztInnen tragen die Letztverantwortung in der Behandlung der PatientInnen im Spital. Die PatientInnen kommen in erster Linie ins Spital, weil dort ArztInnen arbeiten.
  • Die Aufrechterhaltung der Solidarkomponente in unserem Gebührensystem steht für mich außer Zweifel. Die Einführung des Punkterichtewertes hat insbesondere in den Sonderfächern der Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin und in der Kinderheilkunde deutliche Gesamtgehaltszuwächse gebracht. Die damit verbundene positive Punkterichtwertentwicklung belegt diese positive Entwicklung.
  • Die Weiterentwicklung der Arztgebühren im Sinne einer Steigerung der Einnahmen muss in den nächsten Verhandlungen 2013 und folgend mit den Privatversicherungen und der KAGes erreicht werden. Einerseits in der Anpassung der Arztgebühren und andererseits durch neue Systemadaptationen: Es muss sich für uns ÄrztInnen schlichtweg lohnen, Sonderklasseversicherte in den öffentlichen Spitälern zu behandeln. Da sind Kreativität und Augenmaß gefordert. Bringermodelle sind da nur ein Teil der Wahrheit, „Motivationstöpfe“ auf den jeweiligen Abteilungen für die ÄrztInnen mit transparenten Regeln die Auszahlung betreffend der andere.
  • Forderung nach verrechenbaren Leistungspositionenin den Sonderfächern Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin sowie Kinderheilkunde.

3.) Sofortige Implementierung eines Pfegeheimarztes vorort zur besseren und effizienteren Betreuung von alten Menschen. KAGesinterne Studien zeigen, dass 75% der Pflegeheimbewohner, die in ein Akutspital eingeliefert werden, am selben Tag postwendend zurückgeschickt werden. Die dahinterstehende Kostenlawine ist jeder Spitalsärztin/jedem Spitalsarzt klar. Weiters fordern wir den dringenden Ausbau akutgeriatrischer Betten. Derzeit sind 124 Betten für den Großraum Graz vorhanden. Wiedereinführung einer Ambulanzgebühr für ambulante Besuche und nicht nachfolgende stationäre Aufenthalte.

4.) Umsetzung des 50+ Modell. SpitalsärztInnen ab dem 50. Lebensjahr sollen die Möglichkeit bekommen, freiwillig ihre Dienstanzahl zu reduzieren. Diesbezüglich ist auf gemeinsames Betreiben der Kurienführung bereits eine Arbeitsgruppe in der KAGes beschäftigt.

5.) 25 Stunden durchgehende Arbeitszeit ist genug. Diese Botschaft ist aus der IFES Spitalsärzteumfrage 2010 als Auftrag zu verstehen. Diese klare Forderung liegt bei BM Hundsdorfer auf dem Tisch und wird von ihm auch positiv im Sinne einer Umsetzung in der aktuellen zur Begutachtung ausgesendeten KaKuG Novelle gesehen. Befürchtete Gehaltseinbußen sind nicht zu akzeptieren. Wieso sollte man von uns ÄrztInnen erwarten, nahezu doppelt solange in der Woche arbeiten zu müssen, um auch etwas verdienen zu dürfen?

6.) Umsetzung einer transparenten Turnusärztewarteliste durch die KAGes. Einen diesbzgl. Vorstandsbeschluss gibt es noch aus der Ära Kehrer, nur umgesetzt ist dieser schlicht weg nicht.

7.) Völlige Neugestaltung der Turnusausbildung: Basisausbildung (Chirurgie und Interne:1 Jahr) Danach Entscheidung ob Wahl eines Sonderfaches oder Ausbildung zum Allgemeinmediziner (zwingend 1 Jahr Lehrpraxis). In Abhängigkeit davon jeweils stringente und intensive Ausbildung ohne Stehzeiten und Hilfsarbeiterjobs in den Spitälern als Akademiker.

8.) Ein Parkplatz für jede Ärztin/jeden Arzt an jedem LKH Standort

9.) Implementierung einer freiwilligen Berufsausfallsversicherung für SpitalsärztInnen als Rahmenvereinbarung in der Ärztekammer Steiermark. Der Wohlfahrtfond deckt derzeit unseren Verlust bei längerer Erkrankung nicht ab. Der baldige Verlust der Sondergebühren und der Verlust der Ärztedienstzulagen lässt uns SpitalsärztInnen bald auf unser nacktes Grundgehalt sinken. Davon kann man schlichtweg nicht leben. Die von uns ausverhandelte Versicherung deckt einen Einkommensverlust von bis zu 30000 Euro jährlich.

10.) Steigerung der Pensionsansprüche im Wohlfahrtsfond für Angestellte ÄrztInnen durch eigene Risikoeinschätzung und Wahl für mehr Versicherungsleistung oder mehr Pensionsleistung.

11.) Entlastung der MUG Bediensteten von Patientenroutinetätigkeit. Evaluierte Forschungsfreistellungen für MUG-Bedienstete, jung wie etabliert. Vereinfachte inneruniversitäre Abläufe - kürzere Wege  schaffen mehr Effizienz.

 
 
unsere Themen für den nächsten Wahlkampf
  • wir sind gegen Rationierung der Kassenleistungen/2 Klassenmedizin
  • Wahlärzte und E-Card: Jeder Patient soll zu jedem Arzt gehen können und dasselbe von der Kasse bekommen
  • adäquater Rückersatz von Wahlarztleistungen - Wir gehen für Sie auch den Rechtsweg!
  • Kooperation mit Zusatzversicherungen (Direktverrechnung)
  • Aushebelung Zessionsverbot (Direktverrechnung des Sozialversichertungsanteils mit Kasse)
  • Ordinationsbedarf für Wahlärzte bei allen Kassen, nicht nur KFA
  • E-Card Gebühr:  Wir setzen uns für eine Reduktion ein!
  • Sanatoriumshonorare: Wir Ärzte haben nun erstmals beratende Funktion. Wir kämpfen weiter dafür, daß wir in Zukunft direkt verhandeln dürfen!
  • Elternteilzeit: Eine Lösung für Wahlärzte und Vertragsärzte unter der Verausetzung, mehr beim Kind zu sein und trotzdem die Patientenversorgung zu gewährleisten, ist unser Zeil. Hierbei können auch Wahlärzte erstmals mit Kassenärzten zusammenarbeiten!

Für Wahlärzte - und solche, die es werden wollen

  • Wahlarztpraxis als Existenzsicherung bei vertraglosem Zustand oder befristetem Vertrag
  • Beratung von KollegInnen, die eine Praxiseröffnung planen
  • Solidarität der ÄrztInnen zu stärken
  • Einbindungen in Kassenverhandlungen, Kontaktperson in Kassen für Tariffragen
  • Qualitätssicherung
  • stärkere Interessensvertretung für Sie in der Ärztekammer
  • Aufbau eines fachübergreifenden Netzwerkes der Ärzte

 

Für Patienten

  • umfassende medizinische Versorgung ohne Kassendruck
  • größeres Bewusstsein und Bekanntsein der WahlärztInnen
  • Öffentlichkeitsarbeit für unsere PatientInnen
  • besserer Rückersatz bei Arztrechnungen